Der Präsident der US-Notenbank Ben Bernanke ist Mann des Jahres – vom renommierten US-Nachrichtenmagazin Time gekürt. Wie schon vor ihm im Jahre 1938 Adolf Hitler und 1939 Josef Stalin, könnte man zynisch (und wohl etwas unter der Gürtellinie) kommentieren. Fraglos, das Thema des Jahres war die schwache Wirtschaft und die Wirtschaft hätte ohne die Flutung des Planeten mit der US-Notenbankliquidität noch viel, viel schwächer sein können. „Dank der Entscheide der Fed und Ben Bernanke kam es weitaus milder als befürchtet“ so Time Magazine in einer Analyse – womit sich Bernanke als Mann des Jahres qualifiziere. Kein Wort darüber, dass der Wirtschaftsberater von US-Präsident Bush und Gouverneur der New Yorker Fed Mitverantwortlich für alljenes Elends ist, dessen Platzen die Weltwirtschaft zu Beginn dieses Jahres an den Abgrund brachte. Und kein Wort darüber, dass sich durch die Politik der US-Fed gerade eine noch viel gefährlichere Liquiditätsblase bildet. In den USA ist daher derzeit viel vom Fluch der Time-„Person des Jahres“ zu hören. So war 1982 die US-Sängerin Cindy Lauper, zweifellos talentiert, vor einer Newcomerin namens Madonna Frau des Jahres. „Von wem Sie in den nächsten Jahren mehr hören werden? Zweifellos Cindy Lauper“ so Time Magazine damals. Noch viel schlimmer ein Time-Cover aus dem Jahr 1999: Mann des Jahres damals Alan Greenspan – und wie er damals den globalen wirtschaftlichen Zusammenbruch verhinderte. Nachsatz von Time Magazine: „So far“.
